Wenn der Motor dem Öl dankt
Ob ein Autoöl spezifisch gut oder schlecht ist, hängt nicht nur vom Öl ab. Das Rohöl wird in der Raffinerie aufbereitet. Die Aufbereitung erfolgt zu unterschiedlichen Konditionen mit unterschiedlichen Beimischungen. Ein Autoöl 20: 40 bleibt von jedem Ölkonzern 20: 40. Dieser Wert bestimmt die Viskosität des Öles.
Vor 20 Jahren war die Motortechnik noch nicht so ausgereift wie in heutiger Zeit. Die Belastung hervorgerufen durch die Drehzahl des Motors war lange nicht so hoch, wie bei den jetzigen Motoren. Die Ölwechsel- Intervalle waren auch kürzer. Früher war der Ölwechsel nach 5000 km fällig, heute in der Regel erst nach 20.000 km. Schon der Preis sagt einiges über das Motorenöl. Ist es eine Erstraffinade oder wurde das Öl wieder aufbereitet. Da liegen Preisunterschiede bis 20 Euro pro Liter leicht drin. Nun verlangt ein alter Motor, oder ein Motor mit einer Laufleistung von 150.000 km nicht unbedingt nach dem besten Öl. Er würde sicherlich auch mit dem billigen Öl aus dem Baumarkt seine Runden drehen. Einzig kann es sein, dass der Verbrauch des billigen Öles pro 1000 km höher liegt. Das kann durchaus im Bereich von einem Liter auf 1000 km liegen.
Wie verhält es sich mit neueren Fahrzeugen?
Bei Neufahrzeugen schreibt der Hersteller die Ölsorte in Verbindung der Viskosität und der Füllmenge im Handbuch des Fahrzeuges fest. Jeder Hersteller arbeitet mit seiner Ölmarke zusammen. Das Fahrzeug nimmt keinen Schaden mit einer anderen Ölsorte gleicher Qualität.
Bei der Verwendung von billigem Öl kann der Motor nicht nur Schaden erleiden, es erlischt auch der Garantieanspruch. Die Additive sorgen für einen besseren Abrieb, einer besseren Schmierfähigkeit und verlangsamen den Alterungsprozess bis zum nächsten Ölwechsel.
Wo liegen die Unterschiede bei der Normangabe?
Der erste Wert die 10 oder 20 entscheiden über die Flusseigenschaft. Im Winter wird ein dünnflüssiges Öl bevorzugt, da der Motor bei Kälte das zähflüssige Öl erst einmal aktivieren muss, sonst könnte es bei einer älteren Batterie leichte Startschwierigkeiten geben.
Im Sommer sorgt die Wärme schon für ein dünnflüssiges Öl, da genügt die 20.
Der letzte Wert 40 oder 50 bestimmt die Laufeigenschaften des Motors. Einen Hochleistungsmotor mit billigem 20:40 Öl zu fahren, bedeutet vorprogrammierte Probleme.
Wie verhält es sich mit Synthetiköl und Vollsynthetiköl?
Diese Öle erreichen eine bessere Schmierfähigkeit, Reinigungswirkung, einen besseren Oxidationsschutz und sind langlebiger. Sie schützen den Motor auch vor aggressiven Säuren.
Fazit: Kein Fahrzeug kommt durch gutes Öl zu Schaden, nur durch schlechtes Öl. Es gibt auch kein Auto mit einer noch so hohen Laufleistung, dass sich nicht über gute Öl freut. Ein alter Motor kann mit gutem Öl durchaus wieder einen Jungbrunnen erleben, da die Additive die Ölkohle an den Kolbenringen verbrennt.